Über uns

ZIele der IBG

Das Buch ist ein nicht wegzudenkendes Mittel unseres Kultur- und Wissenschaftsbetriebes, die vielseitige Grundlage unseres geistigen Lebens. Dabei hat es ganz unterschiedliche Erscheinungsformen, von einfachen nüchternen, kunstlosen Gestaltungen bis hin zu einem Objekt künstlerischer Gestaltung durch gediegenes Layout, sorgfältig ausgewählte Schrifttypen, Papierauswahl bis hin zu Illustrationen, eingebunden als Paperback bis hin zu künstlerischen Bucheinbänden eines raffinierten verfeinerten Geschmacks.

Das Buch schlechthin steht daher im Mittelpunkt der Unternehmungen der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft (IBG), vor allem die Entwicklung seit 1945. Hier aber gibt es kein Problemfeld, das aus der Betrachtung ausgeklammert werden soll, und selbstverständlich gehört auch das elektronische Buch mit seinen neuen Möglichkeiten in den Kreis der Betrachtungen, denn in einer Zeit, in der das gedruckte Buch so gut wie immer zunächst elektronisch vorliegt und in der es zunehmend Paralleleditionen in Druck und im Netz gibt, wäre es unstatthaft, die elektronische Überlieferung auszulassen.

Arbeitsgebiete sind ausgehend vom Buch als materiellem Objekt seine Herstellung, seine Beschaffenheit, aber auch seine Verbreitung als kommerzieller Gegenstand und Nutzung, seine gesellschaftliche Wirkung und Bedeutung. Prinzipiell gehören entsprechend der thematischen Breite des Buches und seiner Verwendung dazu die Typographie, die Beschreibstoffe und Trägermedien, die Illustration und der  Einband bis hin zu Werken der Buchkunst. Ebenso sind einbeschlossen die elektronischen Medien, Digitalisate und elektronische Plattformen (Zeitschriften). Neben das Buch selbst tritt die Herstellung und Verbreitung, also auch die Geschichte der Druckereien und Verlage, der Pressen, sowie der verbreitende Buchhandel einschließlich der Buchgemeinschaften. Weitere Themen sind die Speicherung und Aufbewahrung der Bücher durch Bibliotheken, Literaturarchive, schließlich auch der Nutzer (Leser und Rezipienten), die Pflege des schönen Buches samt Bibliophilie und die Nachnutzung in anderen Medienformen z.B. Rundfunk und Film wie Fernsehen und Theater.

Die IBG versteht sich so als Diskussionsforum aller, die am Buch und seiner Entwicklung beteiligt sind: Autoren, Verleger, Buchgestalter und Typographen, Illustratoren und Papierfachleute, EDV- und Druckspezialisten und Buchhändler, Buchbinder und Rezipienten und natürlich die Buchwissenschaftler, also Wissenschaftler, im engeren Sinne. Sie allen wollen in dieser Gesellschaft zusammenarbeiten, um das Phänomen Buch in vieler Hinsicht zu betrachten, zu diskutieren, zu erforschen.

Ziel ist es ferner, das Medium Buch im Mediensystem zu positionieren, das Buch soll nicht mehr isoliert, sondern im Kontext der gesamten Medienkultur begriffen und erforscht werden, um seine Formen und Funktionen im Hinblick auf die anderen Medien präziser zu erkennen und zu erfassen; intendiert ist die Öffnung der Buchforschung in Zusammenarbeit mit der Kommunikations- und Medienwissenschaft. Gleichzeitig sollen Wissenschaftler dieser Bereiche für die Buchforschung interessiert und derartige Lehr- und Forschungsinhalte an en deutschen Universitäten und Fachhochschulen intensiviert werden. So können sich neue Forschungsansätze und Aktionsfelder aus der Öffnung zu den benachbarten Wissenschaften und durch Querverbindungen zu äquivalenten Phänomenen bei den anderen Medien ergeben. Schließlich will sie dazu beitragen, angesichts der rapiden und sich stark differenzierenden Entwicklung der Medienkultur der wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Buch ein weiteres Schwergewicht zu verschaffen.